Hilfsnavigation

Schriftzug Stadt Husum
Titelfoto Leben
18.09.2018

Süderstraße: »Stolpersteinschwelle« wird als Mahnmal verlegt

Verlegte Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig.

© Karin Richert

Zeitreise in ein dunkles Kapitel der Vergangenheit: „Vom 26. September bis 29. Dezember 1944 wurden 2.500 Zwangsarbeiter aus dem KZ-Außenlager Husum-Schwesing durch Husums Straßen zum Bau am Friesenwall getrieben. Mehr als 300 Menschen verlieren ihr Leben.“

So wird die Inschrift einer sogenannten „Stolpersteinschwelle“ lauten, die am

Dienstag, 25. September, um 9 Uhr,

in den Bürgersteig der Süderstraße 9 (Höhe Café/Bäckerei) eingelassen wird.

Jens Paulsen, Leiter des Fachs Weltkunde an der Gemeinschaftsschule Husum Nord, war es ein wichtiges Anliegen, dieses Projekt zu verwirklichen und damit die Erinnerungen an damalige Gräueltaten wachzuhalten.

Anfang 2017 nahm Paulsen an der Eröffnung der Ausstellung „Deportiert ins KZ Neuengamme. Strafaktionen von Wehrmacht und SS im besetzten Europa“ teil. Während der Andacht machte ihm Bischöfin Jepsen deutlich, dass die Gedenkstätte in Schwesing zwar weiterentwickelt werde, aber öffentliche Hinweise auf die Stätte an sich fehlten. Genauso die Erinnerung daran, dass KZ-Zwangsarbeiter vor allen Augen durch das Stadtgebiet getrieben wurden.

Für ihn Grund genug, dass Thema sowohl in seinem Kollegium als auch mit den Kindern und Jugendlichen der Schule zu diskutieren. Die Gemeinschaftsschule Nord ist bekannt für Integration, Toleranz und weitere positive Eigenschaften, die für ein gutes Miteinander stehen. Das belegt sogar das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Und weil dieser Titel nicht nur irgendwo an der Wand als Urkunde hängt, sondern auch gelebt wird, kam als Ergebnis der Gespräche folgende Idee: Die Übernahme einer Patenschaft für eine Stolpersteinschwelle der „Stiftung – Spuren – Gunter Demnig“.

Seit 2000 verlegt der mehrfach ausgezeichnete und preisgekrönte Künstler Demnig diese massiven Mahnmale. Bisher waren es fast 69.000 Steine als Gedenktafeln aus Messing in über 1.200 deutschen Kommunen und über 20 Ländern Europas. Eine Stolperschwelle gibt es sogar in Argentinien.

Die Stiftung des Künstlers bietet Patenschaften für die Herstellung und Verlegung der Stolpersteine an. Jens Paulsen wandte sich an die Stadt Husum und hoffte auf Unterstützung zur Umsetzung des Projektes, die er letztendlich auch bekam. Politik und Verwaltung stehen dahinter, die Stadt beteiligt sich finanziell mit 1.000 Euro an dem Mahnmal.

Schnell gefunden

Kontakt

Simone Mommsen
Hauptamt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon:  04841 666-116
simone.mommsen@husum.de
Raum:  315
Kontaktformular

Sprechzeiten

Dienstag und Mittwoch
8:30 Uhr bis 12:30 Uhr