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02.10.2019

Neue Orgel für die St. Marienkirche: Stadtwette gewonnen

Nach der Auszählung der Spendendosen war die Freude groß und die Stadtwette für Husum gewonnen.

© Simone Mommsen

Geschafft! Die Husumerinnen und Husumer haben die Stadtwette für die neue Orgel in der Marienkirche gewonnen. Das Spendenziel von 22.222,22 Euro wurde dabei deutlich überschritten.

Als stellvertretender Vorsitzender des Husumer Kirchengemeinderats bilanzierte Arndt Schultz hocherfreut das Ergebnis: „Wir haben mit Ablauf der Stadtwette den stolzen Betrag von 34.719,54 Euro gespendet bekommen.“

Die 150 Spendendosen mit der Aufschrift „Husum kann’s!“, die an 113 Standorten aufgestellt waren, wurden gestern ausgezählt und die zahlreichen Spenden auf den Kontoauszügen gesichtet. Auch Dietmar Gawellek, Vorsitzender des Orgelbauvereins, war begeistert: „Das ist wirklich hervorragend. Ich danke allen, die mit großen und kleinen Beträgen zu dem tollen Ergebnis beigetragen haben. Dass Kaufleute, Gastronomen und Einrichtungen überall Spendendosen aufgestellt haben, war eine fabelhafte Unterstützung.“

Ebenso freut sich Marien-Organist Kai Krakenberg über das Spendenergebnis, mit der das neue Instrument ein gutes Stück näher gekommen ist: „Während des Eröffnungskonzertes im Advent 2021 werden wir gerne an die Stadtwette zurückdenken.“

Husums Bürgermeister, Uwe Schmitz, und Pastor Friedemann Magaard hatten die Herausforderung der Stadtwette gegen Peter Harry Carstensen angenommen. Mitte August hatte der ehemalige Ministerpräsident Schleswig-Holsteins und Husum-Fan Carstensen, gewettet, dass es die Husumerinnen und Husumer nicht schaffen würden, in gut sechs Wochen für die gesamte Husumer Bürgerschaft einen Euro zu sammeln.

Es wurde das Spendenziel 22.222,22 Euro verabredet und dann hieß es: „Topp, die Wette gilt!“ Mit einem Augenzwinkern zeigte sich Bürgermeister Uwe Schmitz nun erleichtert, dass er seine Wettschulden nicht einlösen muss. Ernsthaft aber freute er sich am unerwartet hohen Ergebnis: „Ich bin stolz auf die Husumerinnen und Husumer, die sich eindrucksvoll hinter das Großprojekt gestellt haben.“

Friedemann Magaard, Pastor der Kirchengemeinde Husum, berichtete von den zahlreichen Aktionen, mit denen Husum für die neue Orgel aktiv wurde. Die Senioren der Villa Spethmann backten Kekse und kochten Marmelade ein, um sie für den guten Zweck zu verkaufen. Eine Schulklasse der Gemeinschaftsschule Nord sang auf dem Wochenmarkt, eine Percussion-Klasse der Musikschule spielte in der Innenstadt.´Benefizkonzerte von Shantychor und Gospelchor füllten die Kassen wie auch das Catering der Lions-Damen beim „Udo-Jürgens – unvergessen“-Konzert in der Marienkirche. Kai Krakenberg entwickelte eine Reihe von kleinen Orgelmusiken zur Marktzeit, die während der Wett-Wochen die Marktbesucherinnen und Marktbesucher am Sonnabend erfreute.

Kreativ wurden auch Auszubildende vom Husumer Krankenhaus. Sie boten Messungen von Blutzucker und Blutdruck kostenfrei an: Spenden zugunsten der Orgel wurden dabei erbeten. Sogar auf der Messe „HUSUM Wind“ war die Stadtwette eingeladen und die Orgelfreundinnen und Orgelfreunde knüpften fleißig Kontakte. Am vergangenen Freitag überreichten Vertreterinnen und Vertreter der Ahmadiyya-Moschee von Husum eine Spendendose, die reichlich gefüllt war. „Das ist ein besonderes Zeichen einer interkulturellen und interreligiösen Verbundenheit“, so Pastor Magaard. Und auch an anderen Stellen wurde fleißig Kuchen gebacken, Kaffee verteilt und immer wieder gingen die Spendendosen herum.

Die Gruppe der Orgel-Idealisten ist groß geworden. „Anders ist die großartige Resonanz nicht zu erklären“, ist sich Dietmar Gawellek vom Orgelbauverein sicher. Zudem kann er einer weiteren Großspende sicher sein: Ein ungenannter Husumer Bürger vergrößert den Spendenbetrag, indem er das Ziel von 22.222,22 Euro noch einmal verdoppelt.

Nun muss Peter Harry Carstensen seine Wettschulden einlösen. Er wird mit den Seniorinnen und Senioren im Husumer Liette-Eller-Haus eine fröhliche Zeit verbringen, spielen, klönen und Geschichten vorlesen. „Ich kann eigentlich nur gewinnen“, hatte Carstensen seinerzeit bei der Eröffnung der Stadtwette erklärt und weiter: „Auch wenn ich die Wette verliere, freue ich mich für Husum, denn die neue Marien-Orgel ist ein herausragendes Projekt.“

Wäre die Stadtwette verloren gegangen, hätten sich der Bürgermeister und die Pastoren mit Putzlappen und Putzeimer bewaffnet und in der Innenstadt Klinken geputzt, um weitere Spenden einzuwerben. Nun aber bedankt sich die Kirchengemeinde bei allen Husumerinnen und Husumern mit einem öffentlichen Frühstück am Donnerstag, 24. Oktober, nach der Marktandacht für die überwältigende Unterstützung während der Husumer Stadtwette 2019.

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